Die sieben Weltwunder der Antike – Sage oder Geschichte

Jeder hat schon einmal den Ausdruck sieben Weltwunder gehört. Oftmals werden Dinge, die extrem unwahrscheinlich erscheinen, umgangssprachlich auch als achtes Weltwunder bezeichnet. Aber was genau sind diese Weltwunder?

Die sieben Weltwunder der Antike sind eine Auflistung der schönsten und erstaunlichsten Sehenswürdigkeiten, die es in der Antike gab. Ein phönizischer Schriftsteller hat im 2. Jahrhundert vor Christus einen Reiseführer verfasst und dabei diese Liste aufgestellt. Dieser Reiseführer ist das älteste, noch erhaltene Dokument, das sich mit den großen Sehenswürdigkeiten der Antike befasst. Es ist zeitgleich eine Dokumentation davon, welche Sehenswürdigkeiten der Antike zu der Zeit des Schriftstellers noch zu besuchen und zu besichtigen waren. Da der Phönizier einen Reiseführer schrieb, nahm er keine Bauwerke in seine Liste auf, von denen zwar erzählt wurde, die aber zu dieser Zeit bereits nicht mehr existierten.

Die von dem phönizischen Schriftsteller aufgelisteten sieben Weltwunder der Antike sind ein monumentales Grabmal, ganz besondere, hängenden Gärten, ein riesiges aus Bronze gegossenes Götterbild, ein gewaltiger Leuchtturm, überdimensionale Pyramiden, ein Pracht-Tempel und eine circa 13 Meter hohe Statue des thronenden Göttervaters. Leider ist von diesen Weltwundern heute nur noch ein einziges erhalten. Die überdimensionalen Pyramiden sind als einziges antikes Weltwunder nicht durch Kriege oder Naturkatastrophen zerstört worden und noch immer zu besichtigen. Von der früheren Existenz mancher dieser Weltwunder gibt es außer durch erhaltene antike Schriften keinerlei Zeugnisse. Bis heute wurden bei Ausgrabungen keine materiellen Hinweise gefunden. Da die antiken Schriften sich aber in der Beschreibung der Weltwunder gleichen, geht man davon aus, dass es auch die Bauwerke, von denen keine Funde existieren, wirklich gegeben hat.

Ebenso wie der phönizische Schriftsteller, auf den die heute als sieben Weltwunder der Antike geltenden Sehenswürdigkeiten zurückzuführen sind, haben auch andere Autoren der Antike Listen mit zum Teil sogar zehn und mehr als Weltwunder geltenden Sehenswürdigkeiten verfasst. Die Zahl Sieben ist in der Antike jedoch die Zahl der Vollkommenheit. So wählte der Schriftsteller diese Anzahl der Sehenswürdigkeiten, um ihre Bedeutung besonders herauszustellen.