Eine Videothek ist eine sinnvolle Einrichtung: Man braucht einen Film nicht ein Leben lang, bloß weil man ihn einmal schauen möchte, genauso wenig wie ein Computergame, das man nach einer Woche durchgespielt hat. Daher ist es rentabler, sich solche Dinge kurzfristig auszuleihen und nach dem Konsum wieder zurückzugeben für den nächsten Kunden. Alle profitieren davon, der Filmverleiher und der Kunde, der Geld spart. Online-Videotheken machen dieses Geschäft noch einfacher, da man nur die Daten eines Unterhaltungsmediums benötigt, um dieses dann genießen zu können.
Ebenso wenig braucht man einen Umweg zu machen zur nächsten Videothek. Zeitersparnisse bietet ebenfalls der entfallende Rückweg dorthin, um den Verleih-Gegenstand wieder zurückzugeben. Bei einem modernen Breitbandanschluss, der deutschlandweit fast überall möglich und mittlerweile Standard in den meisten Haushalten ist, stellt die Übermittlung der Daten eines Computerspiels oder zweistündigen Filmdramas via Internet kein Problem dar.
Dennoch birgt eine Videothek, die lediglich Daten übermittelt, auch viele Nachteile. So ist in den meisten Haushalten der große Fernseher in der Stube oder im Schlafzimmer mit einem DVD- oder Blueray-Player verbunden und nicht mit dem Heimrechner oder dem Internet. Der Kunde möchte nicht den Film auf einen Rohling brennen müssen, was jedes Mal Geld und Zeit kostet, sodass sich der Besuch einer üblichen Videothek als eine lohnende Alternative anbieten würde. Zudem bieten sich im Internet viele andere Möglichkeiten, Filme einfach ohne Entgelt auszuleihen oder zu kopieren. Diese Plattformen sind zwar illegal, aber eine Strafverfolgung von Raubkopierern ist dort mangels Informationen und wackeliger Gesetzeslage schwierig und lohnt meistens nicht.
Online-Videotheken unterscheiden sich preislich nicht großartig von ihren älteren, in realen Filialen befindlichen Vorgängern. Daher bieten sie oft keine ernsthafte Alternative. Ein positives Beispiel für Internetvermarktung von Unterhaltungsmedien ist der Verkauf von MP3-Songs über diverse Plattformen. Hieran könnte sich die Film- und Videospieleindustrie orientieren.